Kunstwerke befragen, Sinnschichten "entschälen"- eine kritische Einführung in die Ikonologie

vollständiger LV-Titel: 
Kunstwerke befragen, Sinnschichten "entschälen" - eine kritische Einführung in die Ikonologie
LV-Nummer: 
S51010
LV-Typ: 
Vorlesung
Lehrbeauftragte: 
Verena Krieger
Wochenstunden: 
2
Abhaltung
Semester: 
2011S
Abhaltung: 
wöchentlich
Termin: 
Dienstag, 16:30-18:00 Uhr
Beginn: 
Dienstag, 8. März 2011, 16:30-18:00 Uhr, Hörsaal 1 (Altbau, Erdgeschoß)
Ort: 
Hörsaal 1
Lehrinhalt: 

Die Ikonologie ist eine der wichtigsten, einflussreichsten und zugleich umstrittensten Methoden der Kunstgeschichte. Ihr Anliegen ist es, kurz gesagt, Kunstwerke in ihren ideengeschichtlichen, kulturellen und gesellschaftspolitischen Kontext zu rücken und auf ihre Bedeutung innerhalb dieses Kontextes zu befragen. Das klingt zunächst ganz einfach und einleuchtend, aber damit fangen die Fragen und Kontroversen erst an: Wie ist das konkret zu bewerkstelligen und zu welchen Ergebnissen gelangt man auf diese Weise, und: führt das nicht zu einer Reduktion des Kunstwerks auf seinen dokumentarischen Wert?

Begründet durch Aby Warburg und Erwin Panofsky im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, wurde die Ikonologie seither durch viele AutorInnen angewendet und weiterentwickelt. Seit den 1970er Jahren hat sie zahlreiche Erweiterungen um sozialpolitische, feministische, psychohistorische, repräsentationskritische etc. Ansätze erfahren. Heute ist sie kanonischer Bestandteil der Kunstgeschichte, aber durch die Kanonisierung ist sie mitunter auch starr, vereinfacht und problematisch geworden. Dem soll die Vorlesung entgegenwirken, indem sie die Ikonologie selbst einer Historisierung und kritischen Befragung unterzieht.

Im Zentrum der Vorlesung steht die ausführliche Darstellung der theoretischen Konzepte, methodologischen Überlegungen und kunsthistorischen Forschungsergebnisse von Aby Warburg und Erwin Panofsky. Dabei wird auch ihr geistes- und wissenschaftsgeschichtlicher Kontext genauer beleuchtet, d.h. es werden wichtige Vorläufer und zeitgenössische Anreger und deren Theorien vorgestellt. Daran anschließend werden einige Aspekte der neueren Ikonologie-Diskussion vorgestellt: Aktualisierungen, Erweiterungen, aber auch die Kritik der Ikonologie. Ein wichtiges Thema wird die Frage sein, wie eine Ikonologie der modernen und zeitgenössischen Kunst aussehen kann.

Die Theorie wird anhand konkreter Beispiele erläutert. An prominenten und weniger prominenten Werken der Kunstgeschichte werden exemplarisch die Ergebnisse ikonologischer Forschung - auch in ihrer Widersprüchlichkeit und historischen Begrenztheit - vorgestellt und diskutiert. Insofern bietet die Vorlesung eine Mischung aus Geschichte der Kunstgeschichte, Methodologiereflexion und Übersicht über wichtige Forschungsergebnisse der deutschsprachigen Kunstgeschichte.

Prüfungsmodus: 
schriftliche Prüfung