Norbert Elias hat schon betont, dass alle menschlichen Wissenschaften einer Zeit besser mit einer gewissen Distanz zu verstehen sind. Der Kalte Krieg ist ein Leitmotiv der Weltpolitik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Um die politische und künstlerische Welt von heute besser zu verstehen dient der Blick auf die Politisierung der Kunst während dieser Zeit. Im Kalten Krieg ist die Politisierung der Kunst deutlich – visuell und kulturell betrachtet. Die Kunst der USA, der UdSSR sowie Europa und Latein Amerika erlauben eine Betrachtung dieses Phänomens.
In diesem Seminar werden wir folgende Themen und Fragen besprechen, erleuchten und diskutieren:
Die Politisierung des Künstlers im Kalten Krieg (und heute)
Die Macht hinter politischer Kunst
Die Rolle der jeweiligen Regierungen in Bezug auf Kunst und Künstler
Die Rolle der Wirtschaft als Förderer bestimmter Stilrichtungen
Sozialisticher Realismus: politischer als etwa Waldmüller oder Amerling?
Kann auch abstrakte Kunst politsch sein? Wenn Ja, wie, wo und wieso?
Die politische Bedeutung der Kunst für den Eliten versus die für die Massen
Die Bedeutung des bei der Erschaffung des Kunstwerkens vorherschender ökonomisch-politischen und ideologischen Kontexts
Die politisierung des Künstlers in Österreich während des Kalten Kriegs?
Die Entwicklung der Kunst im Spannungsfeld der Ideologien des Kalten Kriegs in West Deutschland, England und Frankreich
Der Bezug zu heute – politisch kein grosser Unterschied zwischen Links und Rechts; die Unterschiede in der Politik spürt man eher in der Bildungspolitik. Kann Kunst als Links oder Rechts bezeichnet werden – wenn ja wie und wer sind die Künstler?
Teilnahmevoraussetzungen: Nachweis über den positiven Abschluss von zwei Proseminaren und einer Vorlesung in Kunst- oder Kulturgeschichte
