Künstlerisches Arbeiten bedarf heute mehr denn je fundierter historischer Kenntnisse, visueller Analysekompetenz, theoretischen Reflexionsvermögens und der Fähigkeit zur sprachlichen Vermittlung. Kunst und visuelle Medien berühren alle Sphären des gesellschaftlich-kulturellen Handelns: Ökonomie, Politik, Medien, Hoch- und Populärkultur sowie ethnische Kulturen, Sexualität und Geschlechterverhältnisse, Psychologie, Medizin und Naturwissenschaften sowie Philosophie. So wie in der Kunst kreuzen sich auch in der Kunstgeschichte als Disziplin diese Diskurse und sozialen Praktiken, daher stellt sie neben ihrem klassischen Instrumentarium zur Stil- und Werkanalyse auch Methoden zur Analyse dieser Interdependenzen zur Verfügung.
Ein Schwerpunkt der kunstgeschichtlichen Lehre und Forschung an der Angewandten ist die zeitgenössische Kunst: Der Blick auf die Kunstgeschichte wird aus aktuellen Fragestellungen heraus entwickelt, um das erworbene historische Wissen für eine kritisch und kreativ auf die Gegenwart gerichtete Haltung fruchtbar zu machen.
Aktuelle Forschungsschwerpunkte - zu denen Tagungen und Vortragsreihen veranstaltet, Ausstellungen organisiert und Bücher publiziert werden - sind das Verhältnis von Text und Bild, die Herausbildung frühmoderner Subjektivitätsmodelle in der neuzeitlichen Malerei, historische und aktuelle Transformationen des Selbst- und Rollenbildes von KünstlerInnen, Genderfragen, die Ambiguität moderner und zeitgenössischer Kunst, methodologische Fragen zur Historisierung von Gegenwartskunst, Surrealismus und Avantgardeforschung sowie Aspekte der Videokunst und Filmgeschichte.
