Publikation

Unwritten Biographies. Brüche & Kontinuitäten. Künstler:innen der Angewandten Wien – Fractures & Continuities. Artists of the Angewandte 1933–1955

Buchpräsentation mit Bernadette Reinhold (Hrsg.)

Spätestens mit dem „Anschluss” im Jahr 1938 bleibt an der Kunstgewerbeschule, der heutigen Universität für angewandte Kunst Wien – kurz: die Angewandte – kein Stein auf dem anderen. Jüdische und politisch unerwünschte Lehrende und Studierende werden vertrieben, zahlreiche vielversprechende Karrieren enden abrupt. Ihre Fluchtrouten, die sie teils über mehrere Kontinente führen, bringen sie ins Exil – in die USA, nach England, Israel, Südamerika oder Australien. Andere hingegen begrüßen den Regimewechsel, einige helfen sogar mit, ihn vorzubereiten. Und manche können kontinuierlich durch die politischen Systeme hindurch, im Austrofaschismus, in der NS-Zeit und auch im postfaschistischen Nachkriegsösterreich erfolgreich tätig sein.

In diesem Sammelband werden künstlerische, politische und persönliche Lebenswege von Künstler:innen nachgezeichnet, die hier gelehrt oder studiert haben. Sie haben in allen Kunstfeldern – Kunst, Architektur, Arbeit für Bühne und Film, Design, Mode, Kunstpädagogik und -therapie – gearbeitet. Sie sind weitgehend vergessen oder nur in Fachkreisen bekannt. Die Beiträge der internationalen Forscher:innen aus unterschiedlichen Disziplinen sind Pionierarbeit mit dem Anspruch, die bislang „ungeschriebenen Biographien“ in kulturpolitische Kontexte einzubetten: im austrofaschistischen, nationalsozialistischen oder postnazistischen Wien, oder in den jeweiligen Exilländern, wo komplexe Prozesse von kulturellen Transfers stattfanden. Unwritten Biographies beleuchtet eine bislang kaum erforschte Geschichte der Angewandten sowie der Wiener Moderne und lädt zu einer Entdeckungsreise ein.
 

Bernadette Reinhold, Oskar Kokoschka Zentrum, Kunstsammlung und Archiv, Universität für angewandte Kunst Wien

Das Forschungsprojekt „Sonderfall" Angewandte

Die Universität für angewandte Kunst Wien im Austrofaschismus, Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit und die gleichnamige Publikation (Edition Angewandte, De Gruyter 2024) nahm die Institutionengeschichte der Angewandten zwischen 1933 und 1955 in den Fokus. In der deutsch-englischen Folgepublikation begibt sich die Angewandte auf eine Spurensuche der besonderen Art. Spätestens mit dem «Anschluss» 1938 blieb an der damaligen Kunstgewerbeschule kein Stein auf dem anderen. Jüdische und politisch unerwünschte Lehrende und Studierende wurden ausgeschlossen und vertrieben, unzählige hoffnungsvolle Karrieren endeten schlagartig. Ihre Fluchtrouten quer durch Europa, teils über mehrere Kontinente, führten ins Exil in die USA, nach England, Israel, Südamerika oder Australien. Zugleich begrüßten etliche Künstler:innen der Kunstgewerbeschule den Regimewechsel, einige halfen sogar mit, ihn vorzubereiten. Und manche konnten kontinuierlich durch die politischen Systeme hindurch, im Austrofaschismus, in der NS-Zeit und auch im postfaschistischen Nachkriegsösterreich erfolgreich tätig sein.

Zum Forschungsprojekt „Sonderfall“ Angewandte

Zur Publikation „Sonderfall" Angewandte

 

Der Veranstaltungsraum ist barrierefrei zugänglich. Nähere Infos auf dieangewandte.at/barrierefrei

 

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From the moment of the “Anschluss” in 1938 at the latest, nothing would be the same again at the Kunstgewerbeschule, today’s University of Applied Arts Vienna—or the “Angewandte” for short. Jewish and politically undesirable teachers and students were expelled, bringing many promising careers to an abrupt end. Their escape routes, some crossing several continents, led them into exile—in the USA, England, Israel, South America, or Australia. Others, by contrast, enjoyed uninterrupted success, whether under Austrofascism, during the Nazi period, or in the postwar years.

In this collection of essays, the Angewandte traces the artistic, political, and personal paths of artists who taught or studied here. They worked in all fields of art—art, architecture, working for theatres and the film industries, design, fashion, art education, and art therapy. They are largely forgotten or known only in specialist circles. The contributions by international researchers from various disciplines are pioneering work that aims to embed these previously “unwritten biographies” in cultural-political contexts: in Austrofascist, National Socialist, or post-Nazi Vienna, or in the respective countries of exile, where complex processes of cultural transfer took place. Unwritten Biographies examines a history of the Angewandte and of the Wiener Moderne that has been little researched to date, and invites readers to embark on a voyage of discovery.

With contributions by Régine Bonnefoit, Fanny Dobler, Matthias Dorfstetter, Harriet Edquist, Alexander Emanuely, Sualah Enodeh, Konstantin Ferihumer, Christoph Freyer, Philip Goad, Michelle Jackson-Beckett, Stefanie Kitzberger, Kirsten Krick-Aigner, Ulrike Kuch, Albert Lichtblau, Laura Morowitz, Veronika Pfolz, Ruth Pleyer, Bernadette Reinhold, Julia Secklehner, Elana Shapira, Niccola Shearman und Anna Stuhlpfarrer.

Bernadette Reinhold, Oskar Kokoschka Centre, Collection and Archive, University of Applied Arts Vienna

BOOK PRESENTATION

Wednesday, June 10, 2026, 6 pm
University of Applied Arts Vienna
FLUX 1, 3rd floor
Vordere Zollamtsstraße 7
1030 Vienna

 6 pm
Welcome
Ulrike Kuch, Rector, University of Applied Arts Vienna

thereafter
About the book
Bernadette Reinhold, editor, in talk with the autors Fanny Dobler, Sualah Enodeh, Stefanie Kitzberger, and Albert Lichtblau.

 

Barrier-free access to this venue. Find details on dieangewandte.at/barrier-free

Unnwritten biographies cover
Unwritten Biographies. Brüche und Kontinuitäten. Künstler:innen der Angewandten Wien 1933–1955. Hrsg: Bernadette Reinhold. Verlag: Edition Angewandte, De Gruyter, 2026. Grafik: Nina Ober.
Unwritten Biographies. Brüche & Kontinuitäten. Künstler:innen der Angewandten Wien Fractures & Continuities. Artists of the Angewandte 1933 – 1955

Bernadette Reinhold (Hg.)
De Gruyter, Edition Angewandte 2026
ISBN: 978-3-6892-4087-5

Mit Beiträgen von: Régine Bonnefoit, Fanny Dobler, Matthias Dorfstetter, Harriet Edquist, Alexander Emanuely, Sualah Enodeh, Konstantin Ferihumer, Philip Goad, Michelle Jackson-Beckett, Stefanie Kitzberger, Kirsten Krick-Aigner, Albert Lichtblau, Laura Morowitz, Veronika Pfolz, Ruth Pleyer, Bernadette Reinhold, Julia Secklehner, Elana Shapira, Niccola Shearman, Anna Stuhlpfarrer
Erscheint: Juni 2026

Buchbestellung: De Gruyter
 

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Buchpräsentation:  
Mi, 10.06.2026, 18 Uhr
Universität für angewandte Kunst Wien, FLUX 1 (3. OG), 
Vordere Zollamtsstraße 7, 
1030 Wien

 

Programm:

18:00 Begrüßung:
Ulrike Kuch, Rektorin der Universität für angewandte Kunst Wien

anschließend Gespräch zum Buch: 
Bernadette Reinhold (Herausgeberin) im Gespräch mit den Autor:innen Fanny Dobler, Sualah Enodeh, Stefanie Kitzberger und Albert Lichtblau

 

 

Angewandte / Kunstsammlung und Archiv

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